Jørgen K.

als Autor auf
Himmelsbeobachtung.net

Verweise:

Ein künstlerischer Rückblick auf die Leuchtenden Nachtwolken einer Juni-Nacht im Jahr 2019

An die Leuchtenden Nachtwolken der Nacht 12.06./13.06.2019 werde ich bis heute in besonderer Form erinnert, weshalb ich rund 7 Jahre später auf diese besondere Nacht zurückblicken möchte: Uwe Ramsberg hat es sich im Jahr 2022 zur Aufgabe gemacht, Motive und Momente in Vinyl zu verewigen. Eine spannende Form der Kunst – weshalb schnell der Wunsch nach einem besonderen Motiv entstand: Der Anblick gemeinsam beobachteter Leuchtender Nachtwolken, welche in einer Sommernacht im Jahr 2019 in ungewöhnlich extremer Weise in Erscheinung traten.

Aus Perspektive der Kunst

Zugegeben – an dieser Stelle muss ich tief in meinen Erinnerungen suchen. Aber ich weiß noch ziemlich genau, dass Uwe Ramsberg (Künstler des folgenden Werkes) für einige Zeit in seiner Werkstatt verschwunden war und unerwartet (Wochen später) mit der Erstansicht seines Werkes um die Ecke kam – ich war sofort begeistert:

Diesem besonderen Rückblick waren laut eigener Aussage (Achtung, Erinnerungsprotokoll) komplizierte Wege der Beschaffung vorausgegangen. Schließlich mussten die gebrauchten Schallplatten irgendwie in das Farbkomzept der nächtlichen Natur passen. Ohne Frage besonders ist die abstrakte Darstellung des Dämmerungsbogens und die harten Kontraste der Landschaft zum Himmel, aber auch der Kontrast zwischen dem horizontnahen NLC-Feld zu dem darüberliegenden tiefblauen Nachthimmel, bei dem auch zum Zeitpunkt der Himmelsbeobachtung nur wenige Sterne wahrzunehmen waren, da die Leuchtenden Nachtwolken vollmondhell leuchteten.

Ein Rückblick auf die Beobachtungsnacht 12.06./13.06.2019

Was in diesem Artikel nicht fehlen darf, ist ein kurzer Rückblick auf jene NLC-Nacht, welche bisher noch im Archiv schlummerte und auf welche ich im Bezug auf das obenstehende Kunstwerk kurz zurückblicken möchte.

Aus der Erinnerung heraus waren bereits die späten Abendstunden den 12. Juni 2019 sehr besonders. Ihr vorausgegangen waren an meinem Standort und für diesen Saison-Zeitpunkt bereits drei ungewohnt „helle“ NLC-Nächte, weshalb ich bereits früh den noch hellen Dämmerungsbogen aus meinem Küchenfenster heraus im Auge behielt. Um ca. 23 Uhr Ortszeit (MESZ) verließ ich das Haus und blickte geistesgegenwärtig in den Zenit: Deutlich sichtbare Leuchtende Nachtwolken! Dieser Anblick traf mich dann doch völlig unvorbereitet.

Schließlich sprang ich ins Auto und fuhr rund fünf Minuten zum nahegelegenen Nordhang des Wiehengebirges, um einen freien Blick auf den Nordhimmel zu haben. Die folgende Zeichnung des Himmels, der mich vor Ort erwartete, habe ich irgendwann im Sommer 2019 angefertigt und zeigt die Ausdehnung der NLCs wenige Minuten nach meiner Ankunft am Beobachtungspunkt:

Eine Bildserie, nachträglich als GIF animiert, verdeutlichte im Anschluss die Bewegung der hochstehenden NLCs:

Die Strukturen dieses hochstehenden Feldes Leuchtender Nachtwolken wurden mit der sinkenden Sonne immer deutlicher sichtbar:

Der weitere Verlauf der Nacht als Grundlage für ein Kunstwerk

Richtig umwerfend wurde der Anblick des Himmels dann ab etwa 0 Uhr MESZ. Mittlerweile hatte sich Uwe Ramsberg zu mir gesellt und wir beobachteten gemeinsam, wie sich die NLCs immer weiter gen Norden zurückzogen – und schließlich heller und heller wurden:

Kurz nach 0 Uhr Ortszeit waren wir nur noch sprachlos. Die Extreme von Licht (H5+) und Schatten (!), in Mitten dieser Juni-Nacht, waren für uns bisher ungekannt hell und irritierte auch Zufallsbeobachter während ihrer Autofahrt auf der weiter unten gelegenen Bergstraße: Mit Blick auf den freien Nordhorizont verlangsamten einige PKWs deutlich ihre Geschwindigkeit. Auf dem weit darüberliegenden Feldweg hatten wir derweil unsere Ruhe und ließen die Kameras für sich arbeiten, während wir begeistert über den Anblick des Himmels diskutierten:

Es folgt eine weitere Animation im GIF-Format, welche die Schönheit der NLCs dieser Nacht unterstreicht:

Rückblickend

Rückblickend bin ich sehr dankbar, dass dieses Erlebnis und diese Beobachtungsnacht zum Gegenstand eines Kunstwerks wurde. Und wenn man die Ansicht der Fotografien mit dem Kunstwerk vergleicht, ist die optische Parallele kaum zu übersehen – inklusive vieler persönlicher Details eines Künstlers. Danke, Uwe!