Jørgen K.
als Autor auf
Himmelsbeobachtung.net
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Verweise:
Starkes Protonen-Event und extrem helles Polarlicht in der Nacht 19.01./20.01.2026
In den Abendstunden des 18. Januars 2026 ereignete sich auf der Sonnenoberfläche ein langanhaltender Flare der Klasse X1.9, dessen schneller und teilweise erdgerichteter koronaler Massenauswurf (CME) rund einen Tag später mit einer Geschwindigkeit von etwa 1.200 km/s auf das Erdmagnetfeld traf. In der Folge ereignete sich bereits zum Tagesende des 19. Januar 2026 ein Polarlicht, das mit extrem hellen Anteilen daherkam und nach Intensität und Ausdehnung zu den stärksten Polarlichtereignissen des bisherigen 25. Sonnenzyklus zählt. Der begleitende Sonnensturm erreichte zudem die Klasse S4 und zählte damit zu den stärksten Protonenereignissen der letzten Jahrzehnte.
Die Beobachtung dieser großen Polarlichtnacht konnte ich unter ziemlich guten Bedingungen erleben: Ein wolkenfreier Nachthimmel, frostige Luft – kaum eingetrübt, Neumond und ein CME-Impact passend zur Nachtzeit: Besser konnte man es sich (erst einmal) nicht ausdenken. Dieses Zusammenspiel aus Faktoren im Januar 2026, war ein Glücksfall für große Teile Mitteleuropas!
Montagabend
Der 19. Januar 2026 war ein arbeitsreicher Montag, in dessen Verlauf ich einem möglichen Polarlicht wenig Aufmerksamkeit schenken konnte. Zumindest die Kamera-Akkus hatte ich am Morgen noch mit Strom versorgt, um am Abend einen gewissen Zeitvorteil zu haben. Leider fühlte ich mich mit Ende des Arbeitstages immer schlechter und reichlich angeschlagen, weshalb so gar keine Vorfreude auf eine mögliche Beobachtung aufkommen wollte. Die Graphen am EPAM-Plot schnellten derweil immer steiler in die Höhe. Was erst einmal folgte und aufbaute: Ein kleines Abendessen, eine Paracetamol und ein stark sinkender Bz-Wert, gefolgt von einem Impact um etwa 20:20 MEZ – nun musste es losgehen und siehe da, die Abgeschlagenheit wich purem Adrenalin.
Aufbruch und unerwünschte Konfrontation
Schon mit dem ersten Anzeichen eines eintreffenden CME verließ ich die Ortschaft in Richtung Norden – wir hatten in etwa kurz nach 20 Uhr MEZ. Das Ziel sollte unweit von dem Standort gelegen sein, an dem ich das große Oktober-Polarlicht 2024 beobachtet hatte. Angesichts der fehlenden Energie in mir, hatte ich reichlich Respekt vor den ca. -4 Grad Celsius, welche mich laut Vorhersage durch die Beobachtungnacht begleiten sollten. (Erfahrungsgemäß würden diese Temperaturen in den Tiefen der Diepholzer Moorniederung noch einmal weiter sinken.) Schon “kurz” nach Ankunft und Aufbau der Kameratechnik, wurde die gesamte Technik von glitzernden Eis-Strukturen geziert. Mit Objektiv-Heizungen und einer heißen Thermoskanne Kaffee startete ich jedoch gut vorbereitet in die Beobachtungsnacht.
Kurz vor Beginn der eigentlichen Beobachtung (visuell war noch kein Polarlicht auszumachen) kam es schließlich zu einem allzu bekannten irdischen Phänomen: Ein Jäger auf Gummipiersch näherte sich zielstrebig meinem Beobachtungspunkt und wollte mir wieder einmal weiß machen, dass eine Genehmigung nötig wäre, um sich bei Nacht an einem – diesem – öffentlichen Weg aufhalten zu dürfen. Ich musste schließlich nur darauf hinweisen, dass es sich (erstens) um einen öffentlichen Weg handelt und (zweitens) das nächste Gehöft rund 100m entfernt liegt – und (drittens), dass in diese Richtung hoffentlich nicht geschossen wird, weil alles andere sehr unverantwortlich wäre. Viel Widerstand folgte nicht mehr, die Person setzte ihre Fahrt fort. Solche Begegnungen sind unangenehm und werfen für mich immer wieder die Frage auf, wie unterschiedliche Formen der Naturbeobachtung und -nutzung respektvoll nebeneinander stattfinden können. An diesem Montagabend überwog bei mir allerdings deutlich das Unverständnis.
Rotes Glühen tief am Horizont
Die innere Aufregung vor Ort hatte sich wieder gelegt, als ich tief am Nordhorizont ein erstes natürliches Leuchten ausmachen konnte: Visuell gerade so zu erkennen, erschienen horizontnah rote Flächen und Strahlen. Schnell steigerte sich das Polarlicht auf ein visuell gut wahrnehmbares Niveau. Interessehalber schaute ich mir zu diesem Zeitpunkt noch einmal die Werte am DSCOVR-Plot an: Der Bz lag nun zeitweise deutlich negativ bei -40 nT, Wahnsinn – das erinnerte mich sofort an die große Polarlicht-Nacht im Mai 2024! Nun war klar, dass ich schon einmal meine Zweitkamera samt Allsky-Optik vorbereiten sollte, um auf einen möglichen großen Substurm vorbereitet zu sein. Dieses Setup hatte sich auch im Mai 2024 als absoluter Gewinn herausgestellt, als bunte Vorhänge aus Strahlen am Himmel über meinen Kopf tanzten und es keine andere Möglichkeit mehr gab, als sich auf den Rücken zu legen und sich im Himmel zu verlieren – sowie die Kamera einfach arbeiten zu lassen.
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Schnell wurde auch ein grüner Bogen sichtbar, dem sein oberer Rand auffällig hell wirkte:

Ein kleiner Spoiler: Auffällig helle grüne Bänder und Strukturen – teils sehr variabel – begegneten uns im Folgenden immer wieder. Hier möchte bewusst einen Zusammenhang schaffen, auf den ich zub späterem Zeitpunkt noch einmal zurückkomme.
Aber soweit war es aber noch nicht. Der grüne Bogen am Nordhorizont wurde kontinuierlich heller und über ihm wurden immer mehr rote Anteile sichtbar. Kurz darauf leuchtete eine Erscheinung mit RAGDA-ähnlichen Merkmalen auf, die Helligkeit und Dynamik überraschte dabei sofort:

Eine Anmerkung zu dieser hellen „Polarlicht-Bank“: Rückblickend scheint es so, als würden mehrerer solcher Fragmente immer wieder neue lange horizontale Bögen ausbilden, die am südlichen Rand des Polarlichtovals verortet werden konnten. Das ist unter Umständen eine Sache der Pespektive, aber in jedem Fall eine Besonderheit in dieser Polarlichtnacht.
Ansonsten verblieb die Dynamik des Polarlichts eher langsam und träge, die Helligkeit war dafür aber umso intensiver: Rund um 22 Uhr Ortszeit war es so hell, wie zum Zeitpunkt einer Halbmond-Nacht. Ein weiterer kurzer Blick auf die Polarlichtwerte ließ Großes erwarten: Der Bz-Werte bewegte sich zeitweise in Richtung -60 nT! Und kaum hatte ich das realisiert, ging es auch schon am Himmel über mir los: Große grüne Fragmente erschienen über mir, formten sich schnell zu einem extrem hellen Bogen und überstrahlten dabei sogar helle Sterne:

Einfache GIF-Animation des Zeitraums 22:12 – 22:22 MEZ.
Die Erscheinungsweise war dabei derart hell und schnell, so dass ich persönlich den Eindruck hatte, das gesamte Polarlichtgeschehen vom Nordhorizont hatte sich förmlich sprunghaft über meinen Kopf – auf den 52. Breitengrad – verlagert. Schwer zu beschreiben! Und vor allem so anders, als bei den großen Polarlichtern im Mai und Oktober 2024.
Die Helligkeit? Überwältigend, ich möchte von Vollmond-Verhältnissen berichten – eventuell sogar heller. Auffällig? Die derart hellen, grünen Bestandteile des Polarlichtbogens über mir wirkten durchweg eher diffus und unscharf.
Was hatte es mit diesem grünen Bogen auf sich, war es RAGDA in bisher unbekannter Form? Die Meinungen gehen selbst unter Experten weit auseinander. Vielfach wird die Erscheinungsweise dem bemerkenswerten Protonen-Event zugeschrieben, andere gehen von einem äußerst intensiven und helle Polarlichtbogen aus. Was definitiv der Fall war: Selbst Natur- und Himmelsbeobachter, die mehrfach den hohen Norden für die Beobachtung von Polarlichtern bereist hatten, beschrieben die Helligkeit dieser Erscheinung als bisher unbeobachtet hell.
(Eine weitere Ausführung zu dieser Erscheinung folgt zu späterem Zeitpunkt als gekennzeichnetes Update in diesem Bericht.)
RAGDA oder IPA? – Eine große Show am Südhimmel
Der grüne Bogen über meinem Kopf verschwand in Richtung Westen und was direkt folgte, war eine intensive Erscheinung von sehr hellen, grünen und gleichzeitig pulsierenden (nahezu aufblitzend) “Polarlicht-Fragmenten” am Südhimmel. Die Fragmente (unter Beobachtern vielfach beschrieben als “grüne Blobs”) wurden dabei so hell, dass Sternbilder wie Orion visuell nicht mehr identifizierbar waren. Vielfach bemerkenswert war das plötzliche Aufleuchten und schnelle Verschwinden dieser Blobs. Das Himmelsbild veränderte sich dabei teilweise so schnell, dass die dunkeladoptierten kaum hinterher kamen. (Gedächtnisprotokoll)

Einfache GIF-Animation des Zeitraums 22:57 – 22:58 MEZ.
(Handelte es sich dabei um das RAGDA-Phänomen (Red Arc with Green Diffuse Aurora) oder doch um eine besonders intensive IPA (Isolated Proton Aurora), in Folge des starken Protonen-Events? Mehr dazu folgt später als gekennzeichnetes Update in diesem Bericht.)
Dünen-Aurora
Ja – in dieser Polarlichtnacht gab es viele besondere Momente und Erscheinungen. So auch das Auftreten der so genannten Dünen-Aurora bzw. Dune Aurora. Die wie Sandrippen verlaufenden Wellen im Polarlicht sind auf Schwerewellen in Erdatmosphäre zurückzuführen – ein Phänomen, welches zumindest strukturell an das Erscheinungsbild bestimmter NLC-Strukturen erinnert. Kein Zufall: Dabei handelt es sich um dieselbe atmosphärische Dynamik, welche in der Sommermonaten die Eispartikel der Mesopauseregion in Bewegung versetzt.
Konkret gelang mir der Nachweis der Dünen-Aurora ab etwa 23:10 Uhr (MEZ):
Der weitere Verlauf der Nacht – Bz hoch positiv
Nach dem Oktober-Polarlicht 2024 hatte ich mir selbst geschworen, bei einem ähnlich großen Event die gesamte Nacht über zu beobachten – koste es, was es wolle. In Anbetracht der scheinbar stabil (hoch-)positiven Entwicklung des Bz-Wertes (siehe DSCOVR-Plot zu Beginn dieses Berichts) entschloss ich mich dazu, meinen Beobachtungsplatz in Richtung Bett zu verlagern – und dabei die Dachkamera im Blick zu behalten, sowie um bei einer widererwartend negativen Entwicklung des Bz-Wertes erneut das Haus zu verlassen. Rückblickend war diese Entscheidung tragbar, wenn nicht sogar richtig und es konnte für diese vergleichsweise große Polarlichtnacht noch viel Schlaf gefunden werden – das Timing in dieser Januar-Nacht war so gesehen großartig.
Rund um 01:40 MEZ gab es noch einen recht kräftigen Substurm, den meine Dachkamera dokumentierte – mich jedoch nicht aus dem Bett lockte. Im Vergleich zur Aktivität vor der astronomischen Mitternacht, handelt es sich um einen kleinen Peak – anschließend beruhigte sich das Polarlichtgeschehen weiter. Vom grünen Bogen war keine Spur mehr – Stunden zuvor stand er hoch erhoben am Nordhorizont über Mitteleuropa. (Und kurz auch über unseren Köpfen – Was für eine Wahnsinns-Nacht!)
Ein Gedankenspiel: Welches Potenzial hat in diesem CME geschlummert?
Hyptohese bis Theorie: Wäre der Bz-Wert die Nacht über tief im Minus gewesen, wäre es vermutlich zu extremen Auroren gekommen, wie wir sie seit über 40 Jahren nicht über Mitteleuropa beobachten konnten. Ich für meinen Teil kann da nur in die “Geschichtsbücher” blicken – aber Ereignisse wie im März 1989 lassen Großes erahnen.
Auch für die irdische Infrastruktur hätte dieser G4-Sturm vermutlich eine erhebliche Mehrbelastung bedeutet.
Verweise:
- Thread zur „Polarlichtnacht“ (19.01./20.01.2026) im Meteoros-Forum
- Blog-Beitrag/Beobachtungsbericht auf nacht-lichter.de
- Blog-Beitrag/Beobachtungsbericht auf spreewald-spechtler.de
(Weitere Inhalte und Verweise zu dieser Polarlichtnacht folgen.)
Polarlicht in der Folgenacht – 20.01./21.01.2026:
Vedachtsfall von FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions)
Der Folgetag im Anschluss an die große Polarlichtnacht war medial sehr eindrucksvoll – ein beinahe chaotisches Nebeneinander aus Presseartikeln und Social-Media-Beiträgen, die das polare Leuchten der Vornacht aufgriffen.
Vielerorts war zu hören: „Ich habe es wieder nicht gesehen, alle anderen schon.“ Und das deutlich häufiger, als Berichte von Menschen, die tatsächlich sehr helle Polarlichter wahrgenommen hatten. Auch der Satz „Das ist doch sowieso alles nur fotografisch sichtbar“ fiel oft.
Laute Meinungen gab es vielfach, der Realität entsprechende Einordnungen deutlich seltener. Im Laufe des Tages legte sich diese Lautstärke glücklicherweise zusehends.
Derweil hatte sich der hochpositive Bz-Wert der vergangenen zweiten Nachthälfte in eine sehr interessante Richtung entwickelt:
Besondere Farben in der Abenddämmerung
Um kurz vor 18 Uhr MEZ – in Mitten der Abenddämmerung – schaute ich mir die laufenden Aufnahmen meiner Dachkamera an. Dabei kamen mir die Dämmerungsfarben am Nordhorizont erstmals besonders vor: Grüntöne schienen durch den im Norden befindlichen, östlichen Teil des Dämmerungsbogens zu dringen. Schnell wurden Kamera und Stativ ins Auto geschafft und erneut die Ortschaft gen Norden verlassen. Diesmal sollte es nicht allzu weit raus gehen, weshalb ich bereit war, eine moderate Lichtverschmutzung an einem Standort bei Hille (im nordöstlichen NRW) zu akzeptieren.
Als ich auf dem zuvor ausgemachten Feldweg ankam und die Kamera gen Norden ausgerichtet hatte, zeigte ein erstes Probefoto sofort deutliche Strahlenvorhänge (Polarlicht). Für ein visuell wahrnehmbares Niveau war es noch zu hell, aber ein Substurm schien zum gegenwärtigen Zeitpunkt in vollem Gange zu sein. Wenig später entstanden die folgenden Aufnahmen:
Verdachtsfall von FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions)
Zuerst unbemerkt, wurde es um kurz nach 18:30 Uhr MEZ sehr interessant: Kurzzeitig, zwischen ca. 18:34:44 und 18:34:51 MEZ, konnte ich im Zuge des aktiven Substurms “Polarlicht-Fragmente” ablichten, die zu einem gegenwärtigen Verdachtsfall von FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions) zählen.
Fragmented Aurora-Like Emissions (FAEs) sind seltene, kurzlebige, grünliche Lichterscheinungen, die wie kleine Fragmente von Polarlichtern erscheinen. Im Gegensatz zu klassischem Polarlicht werden sie vermutlich nicht durch den direkten Eintrag energiereicher Teilchen aus der Magnetosphäre verursacht, sondern durch lokale Prozesse in der oberen Atmosphäre bzw. Ionosphäre. Die genaue Entstehung ist noch Gegenstand aktueller Forschung:
Es ist auch denkbar, dass es sich um Bestandteile anderer auroralen Begleiterscheinungen handelt – z.B. um Elemente einer gering ausgeprägten “Picket Fence”-Aurora. Ob in dieser Sache eine abschließende Klärung möglich ist, wird sich zeigen. In jedem Fall markiert diese Erscheinung einen weiteren besonderen Moment im Rahmen der geomagnetischen Aktivität, ausgelöst durch den schnellen CME, der rund 24 Stunden vorher auf das Erdmagnetfeld getroffen war.
Weitere Substürme, anschließend abnehmende Polarlichtaktvität
Rund eine Stunde später folgte ein weiterer deutlich visueller Substurm, der für ein eindrucksvolles Himmelsbild sorgte:
Im weiteren Verlauf der Nacht kam es zu weiteren Substürmen. Die visuelle Beobachtung beendete ich mit dem ausklingenden dritten Substurm an diesem Abend – an meinem Standort, um rund 21 Uhr (MEZ):
Ab ca. 23 Uhr (MEZ) setzte ein weiterer kräftiger Substurm ein, den ich allerdings nur nachträglich auf automatisierten Aufnahmen feststellen konnte.
Zum Morgen hin beruhigte sich die Polarlichtaktität rund um 52. Breitengrad dann deutlich, weshalb ich von keiner dritten (aufeinanderfolgenden) Polarlichtnacht ausging.
Zwei Nächte später – 21.01./22.01.2026:
Erneut leuchtende „Blobs“ am Nordhimmel
Erneut interessant wurde es eine weitere Nacht später: Was sich schon am innerhalb der ersten Nachtälfte im Norden von Deutschland nachweisen ließ, wurde im weiteren Verlauf auch auf etwa 52° Nord zum Beobachtungsgegenstand am Nordhimmel. Horizontal längliche, grün-gräuliche Streifen – hochatmosphärischen Ursprungs.
Den einfachen Begriff leuchtender „Blobs“ habe ich dabei bewusst gewählt, um einen Bezug zur ersten Beobachtungsnacht aufzubauen, in der diese grünen Fragmente relativ häufig die Erscheinung am südlichen Rand des Polarlichtovals gebildet haben – wohlgleich deutlich lichtstärker:

Die Erklärung:
Eine Isolierte Protonen-Aurora (IPA)
Bei der Erscheinung in den Morgenstunden des 22. Januar 2026 (siehe Animation) handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Isolierte Protonen-Aurora. (Isolated Proton Aurora, kurz IPA)
Nach einem starken geomagnetischen Ereignis kann es auch ein bis mehrere Nächte später noch zu derartigen „auroralen“ Erscheinungen kommen. Während des Sturms wird Energie und Teilchenmaterial in der Magnetosphäre gespeichert. In der anschließenden Erholungsphase wird dieses atmosphärische „Protonen-Reservoir“ schrittweise abgebaut, sodass Teilchen verzögert entlang der Magnetfeldlinien in die Atmosphäre einregnen. Dieses „Abregnen“ kann diese diffusen und isolierten Erscheinungen verursachen.
Schlussendlich handelt sich somit um Nachwirkungen des vergangenen, schweren geomagnetischen Sturms, wie ich sie zuvor nicht gekannt habe.

































